Kunststoffe, synthetische Fasern in der Kunst: Ralph Ueltzhoeffer

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Kunstprojekte im wissenschaftlichen Bereich: Artbooks GAK Berlin: Ralph Ueltzhoeffer – Sigmar Polke.

Die kürzliche Entdeckung der »stereospezifischen« Polymerisationsprozesse hat die Möglichkeiten der synthetischen Herstellung makromolekularer Stoffe (wie Kunststoffe, synthetischer Fasern und synthetischen Gummis) verbessert. Durch diese Prozesse können kleine Moleküle in einer Weise aneinandergekettet werden, daß riesige Molekülstrukturen mit vorherbestimmter Symmetrie und entsprechend vorherbestimmten Eigenschaften entstehen, die eine große chemische und räumliche Regelmäßigkeit aufweisen.

Auf diese Art können synthetische Stoffe hergestellt werden, die den gleichen Aufbau haben wie die Polymerisationsprodukte der Natur; außerdem können Stoffe geschaffen werden, die in der Natur nicht vorkommen.

Es gibt kein Gebiet der chemischen Industrie, das sich in den letzten zehn Jahren so stark ausgeweitet hat wie die Erzeugung von Kunststoffen aus Makromolekülen. Wie man voraussagen will, wie die industrielle Fertigung in zwanzig Jahren aussehen wird, muß man sorgfältig untersche
iden zwischen dem technisch Möglichen und dem wirtschaftlich Vernünftigen. Es ist anzunehmen, daß neue Stähle hoher Reinheit in großem Ausmaß verarbeitet werden. Ihre Festigkeit ist größer als die vieler Legierungen, die heute verwendet werden, und Formänderungen durch die Wärmebehandlung sind stark zurückgegangen. Daher sind in vielen Fällen die weiteren Arbeitsgänge stark vereinfacht oder sogar überflüssig. Bei Anwendung der Induktionshärtung werden die Bauteile örtlich bearbeitet, und dadurch fällt die Notwendigkeit fort, die Einrichtungen zur Wärmebehandlung in einer Werkhalle zusammenzufassen.

Die Art 2013 ein voller Erfolg

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Alle Jahre wieder die Lobeshymnen auf die Art Karlsruhe wie dieses Jahr war noch keine Art… Besucherzahl enorm, noch höher als alle Jahre zuvor. Kunstwerke wurde den Galeristen aus den Händen gerissen, selbst die Deckenbeleuchtung wurde als Kunst verkauft. Eine der letzten Tische in der Cafeteria bietet uns Platz für dieses Interview. Karlsruhe eines der Mekkas Moderner Kunst bietet Raum für unerklärliches wie viel zu junge Greise die sich als Spiegel moderner Kunst verstehen und gesehen werden wollen. Das Spektakel wird von den No_NAMe Galerien bezahlt und die etablierten Galerien müssen nur noch mit dem Kopf schütteln vor Einnahme der Abführmittel. Baden-Baden das Mekka der Reichen und Alten ist ebenso vertreten wie die Möchtegernkünstler der naheliegenden Bauernhöfe. Karlsruhe was für eine Weltstadt – voll mit Kunst und Recht. Danke Karlsruhe das es dich gibt!

Gedanken zur Kunst: Schon jetzt werden in der Kontrolle einiger dieser instabilen Zustände durch magnetische Felder gewisse Fortschritte erzielt, wir brauchen jedoch noch ein Vielfaches an Wissen, bevor an einen praktisch brauchbaren Reaktor für die Kernverschmelzung zu denken ist. Es ist jetzt noch unmöglich vorauszusagen, ob dieses Ziel bis 1985 erreicht werden kann. Allerdings dürften andere Anwendungen der Magneto-Hydrodynamik, wie zum Beispiel die mit Temperaturen von nur wenigen tausend Grad arbeitende direkte Umwandlung von Wärme in Elektrizität, bis dahin in großem Umfang praktische Wirklichkeit geworden sein.

Im Grenzbereich zwischen reiner und angewandter Physik stehen in der Physik der Feststoffe einige Fortschritte bevor. Zusammen mit der Erweiterung der grundlegenden Kenntnisse wird unser Verständnis des Verhaltens der Metalle und Legierungen anwachsen, unterstützt durch Hilfsmittel wie das Transmissions-Elektronenmikroskop, das lonen-Feldmikroskop und die Neutronenstreuung aus Kristallen. Auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik können sich bedeutende neue Entwicklungen aus der Lasertechnik ergeben, und zwar auf Grund der großen Kapazität modulierter Lichtstrahlen für die Speicherung von Daten. Als Ergebnis dürften verbesserte Frequenznormale verfügbar sein, die wiederum ein wichtiges Hilfsmittel für die Geodäsie und Meteorologie darstellen. In der Elektronik sind mit Sicherheit große Fortschritte auf dem Gebiet der Mikrominiaturtechnik sowie in der Entwicklung von Datenspeicherungssystemen mit Hilfe von Superleitern zu erwarten, die die Schaffung kleinerer, zuverlässigerer, billigerer und noch schneller arbeitender Elektronenrechner ermöglichen werden. Dadurch werden für die Arbeiten der Grundlagenforschung und Mathematik verbesserte Voraussetzungen geschaffen.
Auch in der Chemie sind weitere merkliche Fortschritte zu erwarten. Schon jetzt ist es gelungen, die Deoxyribonukleinsäure biosynthetisch aus ihren vier Grundblöcken zusammen mit dem Enzym Polymeras und natürlicher Nukleinsäure als Templat darzustellen. Vielleicht kommen wir der Heilung von Erbkrankheiten im Menschen bald näher. Mehr im Vordergrund stehen aber vielleicht die im biologisch-wissenschaftlichen Bericht der Royal Society angedeuteten Möglichkeiten, die genetische Struktur schädlicher Insekten zu ändern, sowie die von anderen Biologen vorgebrachten Ideen für die Herstellung von Viren oder die Verwandlung ihrer Struktur. Auf dem Gebiet der Fruchtbarkeitskontrolle mit biochemischen Mitteln sind große Fortschritte mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Und vielleicht stehen wir 1985 kurz vor der Anwendung dieser Mittel zur Eindämmung der Bevölkerungsflut in vielen Ländern der Erde.

Um bei meiner Stellungnahme nicht allzusehr auf Vermutungen angewiesen zu sein — auch wenn deren Verwirklichung bis 1985 zum großen Teil durchaus denkbar ist —, möchte ich mich nicht eng an den genannten Zeitraum halten. Statt dessen will ich versuchen, eine Vorstellung davon zu vermitteln, in welcher Richtung die Grundlagenforschung sich gegenwärtig entwickelt. Der größte Fehler bei einer solchen Voraussage läge wohl in einer zu eng begrenzten Projektion der gegebenen Möglichkeiten in die Zukunft. Die Dinge, von denen ich sprechen möchte, sind bereits im Werden und stellen gewissermaßen ein Konzentrat all der Arbeiten dar, die in den verschiedenen Zweigen der Grundlagenwissenschaft heute in aller Welt im Gange sind.

Es setzt sich immer mehr das Bewußtsein durch, daß die Vielfalt der Fundamentalteilchen in der Physik eine nicht mehr haltbare Konzeption ist, und eine Vereinheitlichung in nächster Zukunft bevorsteht, die eine Neufassung der Quanten- und Relativitätstheorie zur Folge haben wird, und in der Ursprung und Zerfall der Elementarteilchen die Form von Quantensprüngen annehmen werden. Auch liegt der Gedanke sehr nahe, daß die Quantenphysik lediglich eine vergrößerte Darstellung von Vorgängen viel kleineren räumlichen und zeitlichen Maßstabs ist. Sie wird sich wieder enger an die klassische deterministische Theorie anschließen, nach der jeder Indeterminismus lediglich aus unserer Unfähigkeit entspringt, diesen Vorgängen anders als auf statistischem Wege beizukommen. Durch diese deterministische Theorie werden viele der grundlegenden Schwierigkeiten der Relativitätstheorie ausgeräumt, da das genannte System kleinen Maßstabs mit kontinuierlichen Variablen arbeitet und Distanzwirkungen vermeidet. In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Arbeiten von Prof. J. L. Synge und der Gruppe um De Broglie, Vigier und Bohm (s. Physical Review, Bd. 129, S. 438) verweisen. Dr. G. Della Riccia vom Institut für theoretische Physik an der Universität Neapel und ich selbst arbeiten ebenfalls in dieser Richtung. Einer der Grundgedanken ist dabei, daß das Studium der Systemstrukturen in der Quantenphysik und Mechanik eine wachsende Rolle spielen wird. Auch die Hauptprobleme der Biologie konzentrieren sich ja auf die Systeme, ihren räumlichen und zeitlichen Aufbau. Bedeutung ist dabei auch die Frage des Selbstaufbaus von Organismen. Ich rechne daher nicht nur mit einer progressiv wachsenden Assimilation der Lebenswissenschaften an die Physik, sondern auch mit einer gleichermaßen progressiven Angleichung der Physik an die biologischen Zweige der Grundlagenforschung.

Es gibt viele Anzeichen für die zukünftige Entwicklung der Lebenswissenschaften, und ich möchte vermeiden, die Grenze zwischen Grundlagenforschung und Verfahrenstechnik zu eng zu ziehen. Zu diesen Anzeichen gehört die zunehmende Bedeutung der Nukleinsäuren und ihrer Darstellung. Es wird immer deutlicher, daß die Nukleinsäure-komplexe nicht nur für das genetische Gedächtnis eine grundlegende Rolle spielen, sondern auch eine zumindest ähnliche Rolle für das nervliche Gedächtnis. Physiologisch ist auch klar geworden, daß die Genetik, die Virusmedizin und das Studium des Krebses in Wirklichkeit nur verschiedene Zweige der Nukleinsäurenchemie und des Studiums der in diesen Bereich fallenden Grundstrukturen sind. Ich glaube, daß die Chemie der Nukleinsäuren zum Studium der Enzyme, der Immunitätsreaktionen und ähnlicher Erscheinungen überleiten wird. Dr. Ed-mond Dewan von der Brandeis University und vom Massachusetts General Hospital machte mich darauf aufmerksam, daß die bei der Schizophrenie und anderen Geisteskrankheiten auftretende DisOrganisation des Nervensystems möglicherweise mit der beim Krebs auftretenden Disorganisation verwandt ist.

Was nun das Nervengedächtnis und die Rolle der Nukleinsäurenkomplexe angeht, so halte ich es durchaus für möglich, die Eigenschaften dieser Komplexe in Maschinen zu verwenden, die mit einem künstlichen Gedächtnis arbeiten. So wie wir heute in der Physik der Feststoffe auf dem Höhepunkt der Verfahrenstechnik stehen, so werden vielleicht schon in der nächsten Generation die Nukleinsäuren als wertvolle Baustoffe der Technik verwendet werden.

Auf jeden Fall bin ich fest davon überzeugt, daß das Studium der dynamischen Systeme mit dem Problem des Aufbaus biologischer Organismen eng verknüpft ist. Die Bedeutung der Nukleinsäuren für das Nervensystem dürfte eine neue Form der Neurologie einleiten, bei der die langfristige Speicherung von Informationen wahrscheinlich weitgehend von den Nukleinsäuren und verwandten Komplexen abhängt. Man wird mehr und mehr dazu übergehen müssen, das Nervensystem nicht als ein statisches, sondern als lebendes System zu betrachten, das unter dem Einfluß der Erfahrung seine innere Konstellation fortwährend wandelt. Die Tatsache, daß sich die Nervenzellen nach der Geburt nicht mehr vermehren, schließt ja nicht aus, daß sich die Verbindungen zwischen den einzelnen Zellen fortwährend vermehren und sich laufend neu organisieren. Für kurzzeitige Vorgänge werden wir weiterhin das Nervennetz als Träger des Sinnesempfindens, der motorischen Effekte und der Reflexe betrachten müssen. Trotzdem können wir es nicht wie einen Elektronenrechner behandehl, der ein für allemal fest eingestellt wurde, sondern müssen uns mit dem Zusammenspiel zwischen der (von Professor Francis Schmitt vom Massachusetts Institute of Technology so bezeichneten) »trockenen« Neurophysiologie, also dem bestehenden Nervensystem, und der »nassen« Physiologie, die sich mehr und mehr auf die Nukleinsäuren konzentriert, befassen.

Mit unserer zunehmenden Kenntnis des Gedächtnisses und semer Wirkungsweise wird auch die Psychologie, die bisher weitgehend eine Wissenschaft der Erscheinungsformen war, immer engere Beziehungen mit der Neurophysiologie eingehen. Auch andere Vorgänge, die bisher vernachlässigt wurden, so zum Beispiel der direkte Nachrichtenaustausch zwischen den Nervensystemen von zwei in einiger Entfernung voneinander befindlichen Personen, der vielleicht auf irgendwelchen Strahlungsphänomenen beruht, dürfte zum Objekt einer eigenen wissenschaftlichen Studienrichtung werden, die sich von der unwissenschaftlichen Vorstellung frei macht, daß diese Erscheinungen nicht auf physikalischen Ursachen beruhen. Ich meine, man wird entweder bald die physikalischen Hintergründe freilegen oder aber das Studium dieser Vorgänge schließlich wieder fallenlassen.

Der Ausweitung des Studiums dynamischer Systeme sehe ich nicht nur wegen ihrer Bedeutung für die Fundamentalphysiologie mit großem Interesse entgegen, sondern auch wegen der darin ruhenden Möglichkeiten für die Heilung und Besserung menschlicher Leiden. Der Empfang und das Senden von Körpersignalen, die tiefer im Nervensystem stecken als in Sinnesorganen und Muskeln, durch die Verstärkung und Steuerung nervlicher Impulse macht in der gemeinsamen Arbeit von Mitgliedern des Massachusetts General Hospital und des MIT bereits gute Fortschritte. Damit sind günstige Aussichten gegeben für die Entwicklung künstlicher Glieder, die sehr frei betätigt werden können, und zwar unter Verwendung vorhandener Nervenkanäle und mit einem Mindestmaß an Persönlichkeitsveränderung. Auch in der inneren Medizin steht man am Anfang der Entwicklung für entsprechende ähnliche Verfahren. Zum Beispiel befassen sich Dr. John Lyrnan und seine Gruppe in Los Angeles mit der Behandlung der Zuckerkrankheit mit Hilfe eines fortlaufenden nervlichen Meßvorgangs für den Blutzuckerpegel, so daß das Insulin nicht nach der Uhrzeit zugeführt wird, sondern nach dem jeweiligen physiologischen Bedarf.